Geschichte

Die Projektphase 2006-2008

Der Traum nach einem gemeinsamen Leben hat 15 Erwachsene mit etwa gleich vielen Kindern im März 2006 zusammengeführt. Es entstand eine Projektgruppe, die sich verpflichtete ein Jahr zusammen zu bleiben, um zu sehen, was entstehen kann. Wir trafen uns regelmässig, um Visionen auszutauschen und zu einer Gemeinschaft zu werden. Wir erarbeiteten unsere gemeinsame Basis (common grounds) sowie Organisationsform, Entscheidungswege und Konfliktlösungsprozesse.

In den ersten gemeinsamen Sommerferien (Naturzeltplatz) entstand die Idee eines ganzheitlichen Dorfes mit Gleichgewichtung von Ökologie, Ökonomie, sozialen Aspekten, Kultur und Spiritualität und Integration in die Gesellschaft. Eine Projektskizze wurde erstellt und wir machten uns auf die Suche nach Land. Im September 2008 fanden wir das leer stehende Kurhaus Sennrüti und wir begannen mit der Projektierung (Raumplanung, Finanzplanung, Baukonzept, Energieplanung, Budgetierung, etc.).

Pionierzeit 2009 – 2012

Im März 2009 gründeten wir die Genossenschaft, realisierten die Finanzierung und starteten die Verkaufsverhandlungen. Die Liegenschaften wurden im Juli 2009 gekauft. Inzwischen waren wir 20 Erwachsene mit 20 Kindern und Jugendlichen. Die ersten Menschen zogen schon in Mai 2009 ein, die anderen folgten im Laufe des Sommers. Zuerst recht provisorisch ohne Strom, Heizung und Warmwasser. Die mehr als 90 Gästezimmer wurden umgestaltet in Wohnungen verschiedenster Grösse. Wir verwendeten nur baubiologische Materialien, wie Holz, Lehm, Stroh, Kork, Kalk und Sand.

Solaranlagen für Heizung und Warmwasser, sowie Regenwassertanks für Toilettenspülung und Waschmaschinen wurden installiert. Neue 3fach-verglaste Fenster und thermische Isolationen mit Zellulosefasern aus Altpapier reduzierten den Energieverbrauch auf weniger als die Hälfte.

Der Garten wurde nach Permakultur-Prinzipien umgestaltet, mehr als 100 Obstbäume und Beerensträucher sowie 4 Nussbäume wurden gepflanzt, einige Gemüse-Hochbeete wurde errichtet und es entstanden schöne Plätze für Mensch und Tier: Naturspielplätze, Jurten, Bauwagen, Tipi, Feuerplatz, Lehmsauna, Hühnerhof und mehr.

Wir intensivierten die Gemeinschaftsprozesse mit dem Spiel der Wandlung, Forum, systemische Aufstellungen, Konfliktlösungsprozesse und wir hatten unsere ersten Krisen.

Die Wachstumsphase seit 2013

Nachdem in den ersten Jahren 31 Wohnungen (1Zi bis 6Zi-Wohnungen) entstanden waren, wurden verschiedene Gemeinschaftsräume umgestaltet, erneuert oder umgebaut: Bewegungssaal, Kunstateliers, Werkstätte, Speisesaal, Cafeteria, Bibliothek, Kinderraum, Jugendraum, Gemeinschaftspraxis, Medienraum, Büros, Seminarräume und weitere. Der Gästetrakt mit 15 Gästezimmern wurde erneuert. Die PV-Solaranlage wurde vergrössert, so dass wir bezüglich Elektrizität seit 2016 mehr als selbstversorgend sind. Der Garten wurde erweitert mit einem Folientunnel, weiteren Hochbeeten, einer Holzkohleanlage, einem Biotop und einer weiteren Regenwasseranlage (der Trinkwasserverbrauch wurde auf 25% erniedrigt).

Wir sind (in 2017) auf ca. 70 Menschen angewachsen, davon 30 Gemeinschaftsmitglieder, 25 Kinder und Jugendliche,  4 Langzeitfreiwillige und weitere Personen, die sich annähern oder mit uns verbunden sind. Wir können mit den vorhandenen Wohnungen noch etwa 10 Menschen aufnehmen. Die Langzeitfreiwilligen aus ganz Europa und die Gasthelfer/-innen bringen eine erfrischende und belebende Internationalität in die Gemeinschaft.

Betriebe entstanden oder siedelte sich an: eine Imkerei, ein Filmstudio zur Produktion von Lehrvideos, eine kleine Kräuterverarbeitung, eine Tanzschule, ein Angebot an verschiedenen Therapien, die Herstellung von Friedenspfählen und eine Beratungsfirma im Bereich strategische und operative Fragestellungen sowie Handel mit nachhaltigen sowie ethisch-, umwelt- und sozialverträglichen Produkten.

Die Gemeinschaft ist auch innerlich gewachsen. Die Überwindung von Krisen, das Durchleben von Konfliktlösungsprozessen, die Verfeinerung der Entscheidungsmethode, die Erprobung von neuen prozessdynamischen Werkzeugen, die regelmässigen Intensivtage und unsere stetige Bemühungen zur Integration der Generationen helfen uns am Puls der Evolution dran zu bleiben und uns zu wandeln.

Der Kontakt mit der Region war von Anfang da und hat sich intensiviert. Viele Kinder der Gemeinschaft gehen in die freie Schule Monterana oder in die Rudolf Steinerschule. Viele Erwachsene sind in der Region aktiv in Vereinen, Sport und Kultur oder sind berufstätig in Kirche, als Jugendarbeiter, Ärztin, Lehrpersonen, Sozialarbeiter oder Therapeutin. So entstehen überall Vernetzungspunkte in der Region und unsere Gemeinschaftskultur wird vielerorts spür- und erlebbar.

Die Besuchs- und Seminarangebote sowie die kontinuierliche Berichterstattung in den lokalen Medien laden Menschen aus der Region ein, uns zu besuchen und uns kennen zu lernen.